Zu sehen sind 3 Handydisplays mit je einer Aufgabe der App IRMGARD

Was kann die App IRMGARD?

Eine App für 6,2 Millionen Menschen

6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland – Deutsche und Nicht-Deutsche mit und ohne Fluchterfahrung – können weder die Anzeigetafel am Bahnhof noch einen Beipackzettel lesen. Sie gelten als gering literalisiert. Geringe Literalität bedeutet, dass eine Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann. Diese Menschen wollen wir mit der kostenlosen App IRMGARD dabei unterstützen, schamfrei an ihrer Alphabetisierung zu arbeiten. 

Idee & Konzept

IRMGARD war die erste App für Erwachsene mit geringer Literalität. Sie hilft ihnen dabei, Lesen und Schreiben zu lernen.   

Die App IRMGARD ist ein Projekt der KOPF, HAND + FUSS gGmbH, welches 2012 startete. Die Idee für eine App zur Alphabetisierung von Erwachsenen hatten Stefanie Trzecinski (Geschäftsführerin von KOPF, HAND + FUSS) und Irmgard Schwiderski gemeinsam. Als ehemalige Lehrerin und Rektorin einer Grundschule hat Irmgard Schwiderski langjährige Erfahrungen im Vermitteln der Lese- und Schreibkompetenz. Als Pensionärin arbeitet Irmgard inzwischen ehrenamtlich in einem Hamburger Lerncafé, um dort Erwachsen das Lesen und Schreiben zu vermitteln.

Dabei wurden zwei ganz wesentliche Gründe deutlich, die ausschlaggebend für die Wahl des Formates einer App sind:

Erwachsene, die nicht Lesen und Schreiben können, schämen sich oft, weil sie etwas Alltägliches nicht beherrschen. Oft erfinden sie Ausreden: „Ich habe meine Brille vergessen“, oder „Ich habe mir meine Hand verknackst.“ Analphabeten sind auf Hilfe angewiesen, trauen sich aber aus Scham und Angst vor Stigmatisierung meist nicht, Hilfsangebote anzunehmen. Eine App ist hingegen eine schamfreie Variante, um sich Wissen anzueignen.

Außerdem dauert der Erwerb neuen Wissens als Erwachsener deutlich länger. Gerade bei älteren Menschen ist die ständige Wiederholung des Lernstoffs wichtig. Die App soll Alphabetisierungs-Kurse nicht unbedingt ersetzen, sondern vielmehr Lust darauf machen und diese ergänzen.

„Ich habe bei meiner Arbeit im Lern-Café die Erfahrung gemacht, dass die Lernenden ein- oder zweimal die Woche in den Kurs kommen und üben. Den Rest der Woche trainieren sie meist nicht. Das reicht nicht. Sie vergessen das Erlernte.“

Irmgard Schwiderski, Initiatorin und Namensgeberin der App IRMGARD

Das macht die App IRMGARD aus

  • Die Lernenden benötigen zu Beginn keinerlei Vorkenntnisse in Bezug auf das Lesen und Schreiben. Level 1 beginnt mit der Einführung der Buchstaben und den dazugehörigen Lauten. Lediglich ausreichend mündliche Deutschkenntnisse sind nötig, da die Aufgaben auf Deutsch erklärt werden.
  • Das kostenlose App-Format bietet einen anonymen Raum für ein schamfreies Lernen.
  • Die einzelnen Level können wiederholt werden, wobei die Aufgaben variieren. Somit kann der Lernende stets eine neue Kombination von Aufgaben lösen – und so oft er möchte den Lernstoff vertiefen.
  • Die Lernenden werden von einer realen Person – Irmgard Schwiderski – durch die App geleitet. Als frühere Grundschullehrerin und Rektorin hat sie langjährige Erfahrungen im Vermitteln von Lese- und Schreibkompetenz, die sie in die Aufgaben von IRMGARD einfließen lässt.
  • Das Lernangebot ist so angelegt, dass es von Institutionen für Alphabetisierung sukzessive erweitert werden kann, so dass die Lernenden sich nach und nach immer mehr Lebensbereiche erschließen können.

Lernen Sie Irmgard kennen!

 

 

Eine App für 6,2 Millionen Menschen

6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht gut lesen und schreiben.

Die Menschen können die Anzeige-Tafel am Bahnhof nicht lesen.
Und sie können die Beipackzettel von Medikamenten nicht lesen.
Manche können nur einfache Sätze lesen und schreiben.
Das ist schlimm für diese Menschen.

Wir wollen diesen Menschen mit der App IRMGARD helfen.
Die App ist kostenlos.

Wie haben wir das gemacht?

Die Idee für die App hat Irmgard Schwiderski mit Stefanie Trzecinski zusammen gehabt.
Das war im Jahr 2012.

Stefanie Trzecinski ist die Geschäfts-Führerin von KOPF, HAND + FUSS.
Das ist eine Firma.
Die Firma will Menschen helfen zu lesen und zu schreiben.
Deshalb macht sie dieses Projekt.

Irmgard Schwiderski ist eine ehemalige Lehrerin.
Und sie war auch Schul-Leiterin von einer Grund-Schule.
Das heißt: Sie hat viel Erfahrung mit Lernen.

Irmgard ist jetzt in Rente.
Sie hilft nun Erwachsenen in Hamburg beim Lesen und Schreiben-Lernen.
Der Ort dafür nennt sich Lerncafé.
Irmgard bekommt dafür kein Geld.
Sie macht es trotzdem, weil es ihr wichtig ist.
Deshalb hat sie auch bei der App mitgemacht.

Warum haben wir jetzt aber eine App gemacht?
2 Gründe:

1. Den Menschen ist oft peinlich, dass sie nicht gut lesen und schreiben können.
Sie sagen dann manchmal:

  • Ich habe meine Brille vergessen.
  • Ich habe mir die Hand gebrochen.

Obwohl das gar nicht stimmt.
Sie haben nur Angst, das andere Menschen denken: So ein Mensch ist dumm.
Deshalb trauen sich diese Menschen oft nicht, Hilfe zu suchen.

Eine App ist anders.
Man kann üben, ohne dass es jemand bemerkt.

2. Man muss als Erwachsener viel länger lernen.
Und ganz oft wiederholen.
Es dauert länger als bei Kindern.
Das ist besonders bei älteren Menschen wichtig.
Die App soll dabei helfen:

  • Sie können ganz oft lernen. So oft sie wollen.
  • Sie können alles ganz oft wiederholen.
  • Sie können überall lernen.
    Auch wenn Sie nur kurz Zeit haben – wie beim auf den Bus warten.
  • Die App soll Spaß beim Lernen machen.
    Und Lust auf mehr.

„Ich habe bei meiner Arbeit im Lern-Café die Erfahrung gemacht, dass die Lernenden ein- oder zweimal die Woche in den Kurs kommen und üben. Den Rest der Woche trainieren sie meist nicht. Das reicht nicht. Sie vergessen das Erlernte.“

Irmgard Schwiderski, Initiatorin und Namensgeberin der App IRMGARD

So macht die App IRMGARD das:

  • Die Lernenden brauchen zu Anfang keine Vorkenntnisse in Bezug auf das Lesen und Schreiben.
    In der ersten Stufe lernen sie die Buchstaben.
    Und sie lernen die Laute von den Buchstaben.
    Also das Aller-Erste, was man fürs Lesen und Schreiben braucht.
    Lediglich ausreichend mündliche Deutschkenntnisse sind nötig, da die Aufgaben auf Deutsch erklärt werden.
  • Die App ist kostenlos. Sie kann überall genutzt werden.
  • Man kann die einzelnen Lern-Stufen immer wieder machen.
    Die Aufgaben sind immer anders.
    Das ist gut für die Lernenden.
    Sie können immer wieder neue Sachen lernen.
    Sie können immer wieder üben.
  • Irmgard Schwiderski ist eine echte Person.
    Die Lernenden können sie in der App treffen.
    Irmgard glaubt ganz fest an ihre Schüler.
  • Es gibt verschiedene Lern-Themen in der App.
    Es sollen immer mehr werden.
    Die Lern-Themen sollen von den Einrichtungen für Alphabetisierung gemacht werden.
    Die Lernenden können so immer mehr lernen. <
    Und immer mehr können.

Lernen Sie Irmgard kennen!